Ernte früher



Hier könnt ihr sehen, wie früher Getreide angebaut und geerntet wurde.
Zuerst wird der Acker gepflügt. Zwei Pferde ziehen den Pflug,
der Bauer geht hinterher und lenkt Pferde und Pflug. Er drückt die Pflugschar (hier gibt es nur eine!) tief in den Boden. Um ihm die Arbeit zu erleichtern, wurde oft ein großer Feldstein auf den Pflug gelegt, der mit seinem Gesicht den Pflug zusätzlich nach unten drückte.

Danach wird ziehen zwei Pferde eine sehr einfache Mähmaschine, einen Mähbalken.
Er schneidet wie ein riesiges Messer die Halme kurz über dem Boden ab.
Die Halme mit den Ähren werden mit einem Rechen von Hand zusammengerecht und zum Trocknen mit Heugabeln zu Haufen aufgeschichtet.

Mähen mit der Handsichel

Das Getreide wird hier mit einer kleinen Sichel geschnitten.
Vor der Mahd (Nomen zu "mähen") flochten die Frauen und Mädchen aus Stroh lange Bänder, die am Feldrain (Feldrand) ausgelegt wurden.
Im Film schneidet der Mann mit der Sichel das Korn ab, sammelt die Halme danach auf und legt sie in größeren Haufen ab. Die Aufgabe der Frauen ist es, die Halme in diesen Haufen zu richten, also ein ordentliches Bündel daraus zu machen. Dazu benutzen sie ebenfalls eine kleine Handsichel. Die Bündel werden auf auf das vorbereitete Band gelegt und zu Garben zusammengebunden.

Mähen mit der Sense

Zu Beginn prüft der Bauer, ob seine Sense scharf genug ist. Mit einem Wetzstein schleift er die Schneidekante scharf. Danach mäht er das Feld mit großen Schwüngen.

Anschließend wird eine alte Mähmaschine gezeigt, die von drei Pferden gezogen wird.
Ein Mähbalken schneidet das Korn, die Haspel schaufelt die Halme auf ein Transportband, das sie in die Maschine hinein befördert. In der Maschine werden die Halme Maschine automatisch zu Bündeln zusammengefasst und verschnürt. Diese Maschine heißt "Selbstbinder".

Hinter dem Selbstbinder werden die Garben aufgesammelt und zu Hocken zusammengestellt. So kann das Korn noch nachreifen und gut trocknen.

Das getrocknete Getreide wird mit Heugabeln auf Wagen geladen, die von Pferden, oft aber auch von Ochsen gezogen wurden, und zum Hof gebracht. Dort wird es hoch aufgeschichtet, damit es wenig Platz wegnimmt.
Frauen und Kinder brachten den Männern mittags das Essen auf das Feld, damit diese so lange wie möglich arbeiten konnten und keine Zeit durch den Hin- und Rückweg verloren.
Die Ernte musste innerhalb weniger Tag eingebracht werden, ein starker Regen konnte die ganze Ernte verderben.
Die Männer in diesem Film schichten das Korn zu einem großen "Haus" auf und decken es bis zum Dreschen mit dem Stroh des letzten Jahres als "Dach" ab.
Am Ende des Films sehr ihr noch einmal einen von Pferden gezogenen Pflug, mit dem der Acker für die nächste Aussaat vorbereitet wird.

Dreschen auf dem Dreschboden

Das Dreschen fand meist erst viel später nach der Ernte statt, wenn das Korn gut durchgetrocknet war und die Männer nicht mehr so viel auf dem Feld zu tun hatten, zum Beispiel im späten Herbst und im Winter.

Gedroschen wurde auf der "Tenne", das ist im niedersächsischen Bauernhaus der große Platz im Eingangsbereich gleich hinter dem Tor.
Hier war es trocken und warm, denn die Tiere standen an den Seiten der Halle angepflockt und am Ende der Tenne befand sich der große Herd.

Dreschen ist mühsam und kostet viel Kraft.
Darum überlegten sich die Menschen bald, wie sie sich das Dreschen erleichtern könnten.
Hier seht ihr eine "Pferde-Dreschmaschine".

Bald nachdem die Dampfmaschine erfunden war, nutzte man sie, um Dreschmaschinen anzutreiben.
In diesem Film aus einem Museumsdorf seht ihr zuerst eine Frau in der Kleidung, wie man sie vor 150 Jahren trug. Danach wird ein Schulzimmer der damaligen Zeit gezeigt.

Die Dampfmaschine musste bereits am frühen Morgen vorgeheizt werden, damit sie vormittags zum Dreschen genügend Wasserdampf erzeugen konnte. Als Brennstoff verwendete man Kohle.
Ein langer Transmissionsriemen überträgt die Kraft von der Dampfmaschine auf die Dreschmaschine.
Die Garben werden oben auf die Maschine geworfen, dort aufgeschnitten und in die Maschine gefüllt.Dort werden die Körner in einer großen Trommel gedroschen und von den Ähren getrennt. Die Körner fallen am Ende der Maschine heraus und werden in großen Säcken aufgefangen. Stroh und Spelzen werden an der Seite ausgeworfen und müssen von Hand weggeräumt werden.
Mit einer weiteren Maschine wird das Stroh zu Ballen gepresst und kann in die Scheune gebracht werden.

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