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Mit dem Bilderbuch "Pelles neue Kleider" von Elsa Beskow haben wir gelernt, wie man vor 100 Jahren auf dem Land Kleidung hergestellt hat.
Wir haben uns aber auch angeschaut, wie Wolle heute verarbeitet wird und viele verschiedene Maschinen kennen gelernt.

Zuerst haben wir die Schafe auf dem Golfplatz besucht.

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Es sind "Weiße Gehörnte Heidschnucken". Von diesen Schafen gibt es nur noch etwa 1500 Tiere auf der ganzen Welt.
Sie leben bei uns auf dem Golfplatz und helfen dort, die Biotope zu erhalten. Sie fressen die Pflanzen, die dort nicht wachsen sollen,
wie Büsche, Sträucher und Brennnesseln.
Die Schafe sind viel vorsichtiger als eine Mähmaschine.
Wenn sie ein Vogelnest entdecken, fressen sie vorsichtig außen herum. Das Nest bleibt unbeschädigt und die Vögel können weiter brüten.

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Herr Wrana führte uns auf dem Goldplatz herum. Er erzählte uns viel Interessantes über die Schafe und beantwortete alle unsere Fragen.
Unsere Praktikantin, Frau Kröger, war auch mit dabei.



Mindestens einmal im Jahr werden die Schafe geschoren.Die Weiße Gehörnte Heidschnucke gibt nur sehr raue, grobe Wolle, die sich nicht für Kleidung eignet. Andere Schafrassen wurden aber extra gezüchtet, um besonders viel und besonders weiche Wolle zu geben.









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Schafschere für das Scheren mit der Hand

Bild: Cstaffa,
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:BladeShears.jpg&filetimestamp=20071026031817
elektrischer Scherapparat

http://www.schermaschine.de/schermaschinen-schafschermaschine-electric-2000-s.htm


Heute werden die meisten Schafe mit einem Scherapparat geschoren. Das geht sehr schnell, ist aber auch ziemlich laut. Die Schermaschine sieht aus wie ein großer Rasierapparat.
Man hat auch versucht, einen Roboter zu erfinden, der Schafe scheren kann. Er hat ungefähr 500 Schafe geschoren, dann hat man die Versuche aufgegeben.








Nun muss die Wolle gewaschen werden. Dadurch wird sie sauber und ist nicht mehr so fettig.
Danach wird die Wolle gekämmt. Alle Wollfasern werden in die gleiche Richtung gelegt. So wird die Wolle locker und weich.



Hier wird Wolle gekämmt.
Die beiden Kämme werden auch "Karden" genannt,
daher heißt dieser Vorgang auch "Kardieren" oder "Krempeln".
Mit einer Kardiermaschine geht das Ganze viel schneller.
Durch das Kardieren entsteht ein lockeres Wollband - der Kammzug - oder ein Woll-Vlies.
Jetzt kann man die Wolle zu einem Faden spinnen.


Eine Frau aus Peru zeigt uns, wie man mit einer Handspindel spinnt.
Aus ihrer Wolle strickt sie Pullover und verkauft sie an eine
Fair-Trade-Firma in Großbritannien.


So spinnt man Wolle mit einem Spinnrad.
Dies war eine Arbeit für Frauen.

Auch Pelles Großmutter benutzte ein Spinnrad,
um die Wolle für ihn zu einem weißen Garn zu verspinnen.


Diese Spinnmaschine ist schon etwa 110 Jahre alt.
Mit ihr konnte man sehr schnell sehr viel Wolle verspinnen.
An diesen Maschinen arbeiteten Männer und Frauen.
Auch Kinder wurden als Arbeiter eingestellt. Sie waren so klein,
dass sie unter die Maschine schlüpfen konnten, um sie zu ölen
oder Fäden neu anzuknoten.
Die Kinder mussten viele Stunden arbeiten, oft auch während der Nacht.

Schafwolle kann weiß, braun, grau oder sogar schwarz sein.
Pelle wünscht sich aber einen blauen Anzug.
Also muss er seine Wolle färben.


Zum Färben kann man natürliche Farbstoffe aus Pflanzen verwenden.
Wir haben gelernt, dass man damit viele verschiedene gelbe und braune Farbtöne bekommt.
Es gibt auch Pflanzen, mit denen man blau, rot oder schwarz färben kann. Nur grün gelingt nicht gut.
Heute verwendet man meistens synthetische Farben, die in Chemiefabriken hergestellt werden.
Diese leuchtenden Farben gibt es in vielen Farbtönen.
Wir haben unsere Wolle mit Ostereierfarben und Tee gefärbt - rot, gelb, grün, blau und braun.
Die Wolle hat über Nacht die ganze Farbe aufgesogen. Das Wasser in den Gläsern war wieder fast durchsichtig.
Darüber haben wir sehr gestaunt.


Wolle kann man stricken oder weben, wenn man ein Kleidungsstück haben möchte.
Weben ist eine sehr alte Technik.
Schon die Menschen in der Jungsteinzeit, die noch Messer aus Stein hatten und keine Werkzeuge aus Metall herstellen konnten,
besaßen schon einfache Webstühle.

„© Kai-Erik Ballak / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)“ http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Haithabu_Senkrechtwebstuhl_1.jpg
„© Kai-Erik Ballak / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)“ http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Haithabu_Senkrechtwebstuhl_1.jpg



An den Kettfäden hingen Gewichte aus Stein oder Ton. Sie hielten die Fäden straff.
Dazwischen wurde die Wolle verwoben, heute nennt man diesen Faden "Schuss".
Mit dem Litzenstab wurden die Kettfäden nach vorne geholt, damit man die Wolle einfacher weben konnte.
Jeder Schuss wurde mit dem Webschwert nach oben geschoben und festgedrückt.
Das fertige Tuch wurde oben auf dem Tuchbaum (oder Warenbaum) aufgewickelt, sodass man immer auf angenehmer Höhe arbeiten konnte.

Dieser Webstuhl ist der Nachbau eines Gewichtswebstuhls aus Haithabu. Er stammt aus der zeit der Wikinger und funktioniert ebenso wie die jungsteinzeitlichen Webstühle.




















Noch heute arbeiten Menschen mit einfachen Webrahmen.
Diese Frauen in Peru weben sehr komplizierte Muster in ihre Tücher.










Bereits im Mittelalter, also vor 500 Jahren, gab es Webstühle, die die Arbeit sehr vereinfachten.
Auch hier gibt es Kette und Schuss und einen Tuchbaum. Der Litzenbaum wird über Pedale bewegt.
Der Weber zieht den Schuss zu sich heran und drückt den Faden vor sich fest.

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Dieser Webstuhl wurde immer weiter verbessert.
Mit ihm kann ein geübter Weber in einer Stunde etwa einen Meter feinen Stoff weben.
Mit grober Wolle schafft er natürlich mehr.
Rechts seht ihr einen Zugwebstuhl.
Hier wird das Schiffchen mit dem Schussfaden an einem Seil hin und her gezogen.
Das geht schneller, als wenn man es selbst zwischen den Kettfäden hindurchfädeln muss.

Mit diesen Webstühlen kann man einfarbige Stoffe, Stoffe mit Streifen oder mit Karos herstellen.


Der Franzose Joseph-Marie Jacquard erfand 1805 einen Webstuhl, der wunderschöne Muster weben konnte.
Die Muster wurden über Karten mit Löchern gesteuert.
Als die ersten Computer erfunden wurden, erinnerte man sich an diese Lochkarten und verwendete ähnliche Karten, um die Computer zu steuern.









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Jacquardbänder aus der Bandweberei Kafka
http://www.baenderei-kafka.de/

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Wir haben einen eigenen Webrahmen aus Stöcken gebaut, auf dem wir mit unserer bunten Wolle weben konnten.
Das war sehr mühsam!
Aber es hat uns auch viel Spaß gemacht.

In diesem Film könnt ihr noch einmal verfolgen, wie heute aus Schafwolle in einer Fabrik eine Decke entsteht.






Auf dieser Seite erfahrt ihr eine Menge über Schafe:
Achtung Schafe!